Saitenblick
Tipp: Nie alle Saiten gleichzeitig entfernen, sonst könnte sich das Instrument verziehen. Man ersetzt immer eine Saite nach der anderen.
Saitenwechsel
Wichtige Grundsätze:
Hilfsmittel:
Saitenkurbel, Pflegemittel und Poliertuch für die Gitarre, Seitenschneider, Halsstütze und ein Innensechskantschlüssel für Gitarren mit Tremolosystem.
1. Akustikgitarre (Stahlseiten):
Nach Entfernen der alten Saite durch herausziehen des kleinen Stöckerls (oder bridge pin) in der Brücke (evtl. mit Hilfe einer
Kerbe in der Saitenkurbel) wird die neue Saite mit dem Ball-End
voran in das jetzt freigewordene Loch in der Brücke gesteckt. Dann
wird das Stöckerl wieder eingesetzt, wobei die Saite durch die Nut
im Stöckerl geführt werden muss. Bei gleichzeitigem Ziehen der Saite
wird das Stöckerl wieder fest hineingedrückt.
Die Mechanik am Kopf wird nun so gedreht, dass das Loch des Wirbels quer zum Hals steht. Das Ende der Saite wird jetzt locker von innen nach außen eingefädelt, danach in einer Schlaufe über die Mechanik und wieder unter sich selbst durchgeführt, nach oben geknickt und festgezogen. Beim folgenden Aufziehen wird das abgeknickte Ende festgehalten, die Schlaufe gleichzeitig nach unten gedrückt. So wird das Ende eingeklemmt und kann nicht mehr herausrutschen.
2. Klassikgitarre:
Die alte Saite wird nach Lösen des Knotens am Saitenhalter entfernt, die neue vom Schalloch aus in die Saitenhalterung eingefädelt. Das überstehende Ende von ca. 10 cm wird von unten in einer Schlaufe um die Saite herumgelegt und wieder durch die Schlaufe gesteckt (bei den dünnen Nylonsaiten weitere zwei mal durch die Schlaufe fädeln), so dass ein Knoten entsteht. Das kurze Ende wird zwischen der Saite und der Kante des Saitenhalters festgeklemmt. Während man jetzt den Knoten festhält, wird er durch Ziehen am langen Saitenende festgezogen.
Nun wird das andere Ende der Saite von oben in die Mechanik eingefädelt. Diese sollte dazu mit dem Loch nach oben zeigen. Dann wird das Ende nach oben geholt, einmal von unten nach oben um die Saite gelegt und wieder nach unten geführt, wobei eine Schlaufe entsteht. Diese wird jetzt beim Aufziehen festgezogen. Am Sattel sollte die Saite durch die Nut laufen.
3. E-Gitarren ohne Tremolosystem:
Nach entfernen der alten Saite wird die neue durch das Loch im Saitenhalter am Steg gefädelt. Das Metallbällchen hält die Seite. Bei einigen Modellen wird die Saite durch ein Loch im Hals oder durch die Rückseite durch ein Loch im Korpus gesteckt. Dann führt man die Saite über die Kerbe im Saitenhalter bis zum Sattel, wo sie evtl. noch unter dem Saitenniederhalter durchgeführt und anschließend so an der Mechanik befestigt wird wie zuvor bei der Akustikgitarre beschrieben.
4. E-Gitarren mit Tremolomechanik:
Hier schneidet man die alte Saite am besten mit einem
Seitenschneider durch. Erst dann löst man die Klemmschrauben am
Sattel mit dem Innensechskantschlüssel und entfernt den Rest der
Saite am Wirbel.
Jetzt öffnet man den Klemm-Mechanismus an der Brücke, löst die
Schrauben der Saitenhalterung mit dem Innensechskantschlüssel und
entfernt den Saitenrest.
Von der neuen Saite wird das Ende mit dem Bällchen abgekniffen.
Jetzt wird dieses Ende der Saite am Steg in die Saitenhalterung
gesteckt und durch anziehen der entsprechenden Schraube befestigt.
Das andere der Saite wird durch den Saitenniederhalter am Sattel
geführt. Danach verfährt man so wie bei den E-Gitarren ohne
Tremolosystem. Abschließend muss noch die Klemmschraube am Sattel
wieder angezogen werden.